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Den kirchlichen Segen erhielten vergangenen Sonntag ein neuer Mannschaftstransportwagen und ein Tragkraftspritzenanhänger der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes von Stadtpfarrer Erwin Jaindl. Diese beiden Fahrzeuge werden künftig für die Ausbildung in der Jugendfeuerwehr eingesetzt und bilden ein schlagkräftiges Gespann. Sowohl Mannschaft, als auch Gerätschaften für die feuerwehrtechnische Grundausbildung, können damit zum Übungsort gebracht werden.

Dass eine Jugendfeuerwehr über eigene Fahrzeuge verfügt, ist im Landkreis einmalig. "Dies unterstreicht, welch gute Ausbildungsarbeit und Nachwuchsförderung in Burghausen seit Jahrzehnten betrieben wird", gratulierte Kreisjugendwart Rupert Maier bei der feierlichen Indienststellung. Mit der Beschaffung der beiden Fahrzeuge ging allerdings ein weiterer Gedanke einher. "Das Gespann passt im Gegensatz zu den meisten unserer modernen Großfahrzeuge auch durch die historischen Torbögen der Burghauser Burg, was auch den Brandschutz auf der Burganlage verbessert", erklärt Kommandant Franz Haringer. Die Finanzierung wurde hierbei auf mehrere Schultern verteilt, wo auch den fördernden Mitgliedern der Wehr eine tragende Rolle zuteil wurde. Das Fahrzeug sollte mit möglichst geringem finanziellen Aufwand angeschafft werden. Der Mercedes Sprinter, welcher künftig unter dem Funkrufnamen "Florian Burghausen 14/1" läuft, wurde deshalb von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs in einer einwöchigen Eigenarbeit für den Einsatzdienst ausgebaut und mit einer Sondersignalanlage versehen. Bei den rund 42.000 € Anschaffungskosten beteiligte sich der Feuerwehrverein mit 22.000 €. Weitere 15.500 € steuerte der Freistaat Bayern als Förderung des kommunalen Feuerwehrwesens bei und der Rest wurde von der Stadt Burghausen bezuschusst. "Das Fahrzeug haben deshalb auch ein Stück weit die Bürger der Stadt Burghausen finanziert. Eine Mitgliedschaft im Feuerwehrverein ist eine gute Möglichkeit, die Feuerwehr zu unterstützen, ohne selbst aktiven Feuerwehrdienst zu leisten", informierte Erster Bürgermeister Hans Steindl.

Entgegen landläufiger Meinung gibt es in Burghausen keine Berufsfeuerwehr und die Feuerwehr ist immer auf genügend Nachwuchs und Bürger angewiesen, die sich ehrenamtlich dem Dienst am Nächsten verpflichten. Die Burghauser Jugendfeuerwehr ist hierbei die älteste im Landkreis und darf 2018 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Jugendwart Anton Maier, welcher seit 1987 die Geschicke in der Nachwuchsausbildung lenkt, sieht die beiden Fahrzeuge auch als Anreiz und Motivation für Jugendliche, sich bei der Feuerwehr zu engagieren. „Die eigenen Fahrzeuge helfen uns dabei, weiterhin Jugendliche für das Ehrenamt gewinnen zu können und nach der Ausbildung in der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst zu übergeben“, erklärt der Jugendwart. Die Jugendgruppe der Wehr zählt momentan 15 Mitglieder, welche sich jeden Montag um 19 Uhr zur Übung oder Ausbildung treffen. Ein Eintritt in die Jugendfeuerwehr ist ab der Vollendung des zwölften Lebensjahres möglich und mittlerweile engagieren sich sogar zwei Mädchen als Nachwuchskräfte bei der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen. Bei einer kleinen Feier im Feuerwehrhaus gratulierte auch Kreisjugendwartstellvertreter Andreas Spindler im Anschluss auf eine besondere Art und Weise. Mit seiner diatonischen Ziehharmonika stimmte er fröhliche Lieder an, dass die beiden Fahrzeuge den Jugendlichen künftig genau so viel Freude bereiten werden, wie allen Gästen bei der Fahrzeugweihe.