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Dichter, schwarzer Brandrauch stieg vergangene Woche gleich mehrfach über dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Burghausen empor. Dies wäre wohl der Moment, wo die Nachbarn die Feuerwehr alarmieren. Die war aber schon da, denn das Feuer wurde in einem feststoffbefeuerten Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern entfacht.

Die Freude war groß, als die Bewerbung von Kreisbrandrat Werner Huber um diese einmalige Ausbildungsmöglichkeit Erfolg hatte und der Landkreis Altötting mit seinen 38 freiwilligen Feuerwehren den Zuschlag für die Stationierung des Containers bekam. Die Realbrandausbildung gewinnt immer mehr an Bedeutung, da die Zahl an Brandeinsätzen stark zurück gegangen ist. Im Jahr 2016 mussten die Feuerwehren des Landkreises zu 1.907 Einsätzen ausrücken, wobei darunter nur 184 Brandeinsätze waren und das Verhältnis von technischen Hilfeleistungen zu Bränden bei 5,63 zu 1 lag. Gerade aber wenn es brennt, erwartet jeder eine schnelle und qualifizierte Hilfe der Feuerwehr. Bei einem echten Zimmerbrand zählt jede Minute. Es geht um Menschenleben, den Sachschaden zu minimieren und die Einsatzkräfte selbst einer möglichst geringen Gefährdung auszusetzen. Moderne Schutzausrüstung und umluftunabhängige Atemschutzgeräte erlauben es den Feuerwehrleuten, sich in lebensfeindliche Brandräume mit extremer Hitze und nicht-atemfähiger Atmosphäre zu begeben.

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Genau ein derartiger Zimmerbrand lässt sich mit dem Brandübungscontainer ziemlich genau nachstellen. "Viele, vor allem junge Atemschutzgeräteträger, sehen sich das erste Mal einer derartigen Situation ausgesetzt", erklärt Johann Bernhard, der als Kreisbrandmeister für die Atemschutzausbildung im Landkreis Altötting zuständig ist. "Im Ernstfall gibt diese Erfahrung Sicherheit und hilft, Menschenleben zu retten", so Bernhard weiter. Alleine schon die sommerlichen Außentemperaturen, jenseits der 30 °C, brachten die 64 Atemschutzgeräteträger aus allen Feuerwehren des Landkreises Altötting in ihrer schweren Schutzausrüstung zum Schwitzen. Dies sollte sich dann noch als angenehm herausstellen, ehe der Container mit Holzspanplatten befeuert wurde. Immer in Gruppen zu acht Geräteträgern begaben sich die Feuerwehrleute mit einem Trainer in den Container, ehe das Feuer entfacht wurde. Bei Temperaturen bis zu 500 °C konnte dann der Brandablauf hautnah beobachtet werden. Der schwarze Brandrauch, welcher sich schnell breit machte, sorgte für absolute Nullsicht. "Wir waren nur etwa zwei Meter vom Feuer entfernt, spürten die Hitze, sahen es aber aufgrund des Rauches nicht", erklärte einer der Lehrgangsteilnehmer sichtlich beeindruckt. Genau dann kommt es darauf an, richtig zu reagieren. Mit gezielten Sprühstößen aus dem Strahlrohr wurden die Rauchgase gekühlt, um eine Durchzündung zu vermeiden und den Brand zu bekämpfen. Erstaunlich, dass beim simulierten Zimmerbrand etwa drei Liter Wasser reichten, um diesen zu bekämpfen. Die Brandphasen zu verstehen und das Löschwasser richtig zu dosieren, ist auch im Einsatzfall wichtig. "Wenn zu viel Löschwasser verwendet wird, kann dadurch oft mehr Schaden als durch das eigentliche Feuer angerichtet werden. Ein kapitaler Wasserschaden im Brandobjekt ist genau das, was wir vermeiden wollen", erklärt Kreisbrandrat Werner Huber. Alle Teilnehmer begrüßten die gewonnenen Erfahrungen der Realbrandausbildung. Aufgrund der enormen Temperaturbeaufschlagung waren pro Teilnehmer etwa zwei Liter an Getränken nötig, um den Flüssigkeitshaushalt nach der Übung wieder auszugleichen.

Kreisbrandinspektor Franz Haringer sagte abschließend: "Wir möchten uns auch bei unseren Nachbarn für das Verständnis bedanken, dass wir zweimal täglich Brandrauch aufsteigen haben lassen müssen. Allerdings kann jeder der Nächste sein, der von gut ausgebildeten Feuerwehrleuten profitiert", so Haringer.