• 1
  • 2
  • 3
  • Hersteller: Magirus, Iveco Daily Typ 72C18
  • Baujahr: 2017
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 7.200 Kg
  • Löschwassertank: 1.000 Liter
  • Pumpe: 1.900 l/min

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Burghausen hat im Juli 2017 ein neues „MLF – Mittleres Löschfahrzeug“ nach DIN 14530-25 in Dienst gestellt. Rund um die Uhr stellt die Freiwillige Feuerwehr Burghausen den Schutz für rund 20.000 Einwohner, zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe und nicht zuletzt für die weltlängste Burg mit über 1.000 Metern Länge sicher.

Gerade die historische Altstadt, die schmalen Fahrwege entlang der Salzach und die engen historischen Burgtore und die Brücken mit geringer Traglast, die als einzige Zufahrtsmöglichkeit zur Burg dienen, machen ein kompaktes, wendiges und trotzdem schlagkräftiges Löschfahrzeug unbedingt notwendig.
Genau diesen Zweck erfüllt das neue MLF, das mit seinem Gesamtgewicht von 7.200 kg, seiner Breite von 2.200 mm, Höhe von 2.760 mm und Länge von 6.500 mm praktisch jeden Winkel der Burg bis in den Innenhof der Hauptburg erreichen kann.

Aufgebaut wurde das Fahrzeug auf einem Iveco Daily-Fahrgestell vom Typ 72C18, die Mannschaftskabine und der feuerwehrtechnische Aufbau stammen vom renommierten Ulmer Feuerwehrfahrzeughersteller Magirus Brandschutztechnik GmbH.

Die inneren Werte dieses kompakten Löschfahrzeuges überzeugen auf den ersten Blick. Der Einsatzmannschaft, die aus dem Fahrzeugführer, dem Maschinisten und weiteren 4 Feuerwehrdienstleistenden besteht, steht eine umfangreiche Ausrüstung zur Brandbekämpfung, Technischen Hilfeleistung und Rettung zur Verfügung. So kann sich der Angriffstrupp bereits während der Fahrt mit Atemschutzgeräten, Handleuchten, Funkgerät, Leinenbeutel, Mehrgasmessgerät und Fluchtmasken ausrüsten.

Das Fahrzeug verfügt über eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Leistung von 1.900 l/min, der Löschwasserbehälter hat ein Volumen von 1.000 l. Über die mitgeführten Saugschläuche kann jederzeit Löschwasser aus einem offenen Gewässer entnommen werden. Das Wasser kann sowohl über 2 B-Druckabgänge, als auch über einen Faltschlauch-Schnellangriff abgegeben werden. Dieser wiederum kann bei Bedarf mit einer Mittelschaumpistole vorgenommen werden, um z.B. brennbare Flüssigkeiten oder Kunststoffe zu löschen. Dazu kommen Kleinlöschgeräte mit Wasser, Schaum, Kohlendioxid und Pulver. Für eine wirkungsvolle Entrauchung von Gebäuden steht ein elektrisch angetriebener Drucklüfter zur Verfügung.
Schlauchtragekörbe, ein Schlauchpaket, Hohlstrahlrohre und ein Rauchvorhang runden die Ausrüstung für die Brandbekämpfung ab.
Bei Unwetterlagen und technischen Hilfeleistungen kann das Fahrzeug mit der mitgeführten Motorsäge, Trennschleifer, Säbelsäge, umfangreichem Schanz- und Räummaterial sowie der leistungsfähigen Schmutzwasserpumpe Mini-Chiemsee als eigenständige Einheit eingesetzt werden.
Zur Versorgung der elektrischen Verbraucher ist im Fahrzeug ein festeingebauter Stromerzeuger MobiE6500 mit einer Dauerleistung von 7.000 W verbaut, der vom Fahrzeugmotor angetrieben wird.

Ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast in LED-Technik, eine leistungsstarke Umfeldbeleuchtung und Suchscheinwerfer an Fahrzeugfront und –heck und eine tragbare Beleuchtungseinheit mit Akkubetrieb ermöglichen ein sicheres Arbeiten auch bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen. Als Absicherung gegen den fließenden Verkehr dient die heckseitig angebrachte LED-Heckwarneinrichtung und das mitgeführte Verkehrssicherungsmaterial.
Für die Personenrettung stehen eine Multifunktionsleiter, ein Gerätesatz Absturzsicherung, ein Rettungsbrett, eine Schleifkorbtrage und ein Rettungsrucksack zur Verfügung.

Bevor sich die Mannschaft an den mitgeführten Getränken im Mannschaftsraum erfrischt, können sie am eingebauten Hygieneboard mit Wasserhahn, Desinfektionsmittel-, Seifen- und Handtuchspender eine Grobreinigung durchführen, um eine Kontaminationsverschleppung zu verhindern.
Mit diesem Fahrzeug wird auch erstmalig das neu entworfene Burghauser Fahrzeugdesign vorgestellt, das zukünftig alle Fahrzeuge der Burghauser Feuerwehr zieren wird.

Die Design- und Warnmarkierung aus fluoreszierender Folie verbessert die Sichtbarkeit des Fahrzeuges bei Tag und bei Nacht enorm und bringt somit ein deutliches Plus an Sicherheit für die eingesetzten Feuerwehrkräfte. Zudem bietet sie dem Bürger in und um Burghausen einen klaren Wiedererkennungswert seiner Feuerwehr. Dargestellt ist die Hauptburg und der Kirchturm St. Jakob, eingebunden in ein ansprechendes Streifendesign.
Entwickelt wurde das Design in enger Zusammenarbeit mit der Burghauser Werbeagentur PUR. Ein Arbeitskreis von 8 Mitgliedern der Feuerwehr Burghausen war ca. 8 Monate mit der Planung des Gesamtfahrzeuges beschäftigt, die Lieferung nach Auftragsvergabe nahm noch einmal 12 Monate in Anspruch.